Nachfolge in der Familie
Wer aus einer Unternehmerfamilie kommt, ist oft schon früh mit der Frage konfrontiert: Einsteigen oder nicht?
Wer einen Familienbetrieb fortführen kann, hat grundlegende Entscheidungen hinsichtlich Berufsausbildung, Studium und generell Lebensplanung zu treffen. Weil diese Planung sehr weitreichend ist und über die berufliche Sphäre hinaus geht, sollten zentrale Fragen vorangestellt werden:
- will ich Unternehmer werden oder fühle ich mich der Familie verpflichtet?
- habe ich alle notwendige Qualifikationen?
- verfüge ich über den Rückhalt von Eltern, Geschwistern und Mitarbeitern?
- bin ich bereit, mich weit mehr einzubringen, als das in einer angestellten Tätigkeit gefordert würde?
- bin ich persönlich bereit, Haftungsrisiken zu tragen?
Dass diese Fragen nicht so einfach „erwartungsgemäß“ beantwortet werden, zeigt die Zahl an, dass inzwischen weniger als 40 % aller Nachfolgen innerhalb einer Familie realisiert werden. Die „junge Generation“ hat ganz oft andere Karrierepläne und wenig oder kein Interesse am Unternehmen der Familie.
Wenn Sie in einer solchen Situation sind, kann man nur raten: Sehen Sie das möglichst rational und lassen sich nicht in etwas drängen, was Sie nicht wollen. Wer einen Betrieb übernimmt, obwohl er völlig andere berufliche Interessen hat, wird nicht glücklich werden. Wer ein Unternehmen der Familie weiterführt, obwohl es vielleicht nicht (mehr) ausreichend rentabel ist, übernimmt ein kaum zu überschauendes Risiko.
Wenn aber alles stimmt – dann ist die Nachfolge innerhalb einer Familie natürlich der „Königsweg“: Eine solide Basis steht und der vom Senior geschaffene Wert wird erhalten und sogar weiterentwickelt. Und dann sollten auch die verschiedenen finanziellen Aspekte -das persönliche Einkommen + die Versorgung der älteren Generation + der Ausgleich an Geschwister- für alle zufriedenstellend geklärt werden können.
Optimal ist eine solche Planung dann, wenn alle Beteiligten frühzeitig in die Gesamtplanung eingebunden würden. Wenn in der Familie besprochen wird, wer als Nachfolger und Betriebsinhaber am besten geeignet / qualifiziert ist, wie aber auch die übrigen Kinder einen Ausgleich erhalten etc. verhindert das Streit oder langjährige gerichtliche Auseinandersetzungen.
Die Nachfolge kann dann auf unterschiedliche Weise umgesetzt werden: Ein Betrieb kann (zu Lebzeiten des Inhabers) verschenkt werden, er kann (nach dem Tod des Inhabers) vererbt werden und natürlich kann auch zum Zeitpunkt der Übergabe ein Kaufpreis festgesetzt werden.